Was ist eine Ketoazidose
Eine Ketoazidose ist eine Stoffwechselübersäuerung, die entsteht, wenn dem Körper über
längere Zeit zu wenig Insulin zur Verfügung steht. Dadurch kann Glukose aus dem Blut nicht in die
Körperzellen aufgenommen werden, obwohl davon reichlich vorhanden ist. Der Körper versucht
daraufhin, Energie aus Fett zu gewinnen. Dabei entstehen sogenannte Ketonkörper (z.B. Aceton,
Beta-Hydroxybutyrat und Acetessigsäure). Diese Stoffe sind sauer und senken den pH-Wert des
Blutes, was den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringt.
Am häufigsten tritt eine Ketoazidose bei Menschen mit Typ-1-Diabetes auf, sie kann jedoch auch
bei Typ-2-Diabetes vorkommen, insbesondere unter starkem Stress, bei Infekten oder wenn
Insulin ausgelassen wird.
Häufig vorkommende Symptome einer Ketoazidose
- ein fruchtiger Geruch des Atems (Aceton-Geruch), der entsteht, weil überschüssige Ketone
über die Lunge ausgeatmet werden
- Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen- schnelle, tiefe Atmung (auch Kussmaul-Atmung genannt)
- Müdigkeit, Benommenheit oder Verwirrung
- starker Durst und häufiges Wasserlassen
Unterschiede zu Über- und Unterzuckerung
Während eine Ketoazidose durch Insulinmangel und die Bildung von Ketonen entsteht, liegt bei
einer Überzuckerung (Hyperglykämie) meist ein erhöhter Blutzucker ohne starke Übersäuerung
vor. Typisch sind Durst und Müdigkeit, jedoch fehlen oft der Acetongeruch oder die tiefe Atmung.
Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) hingegen bedeutet einen zu niedrigen Blutzucker. Sie macht
sich durch Schwitzen, Zittern, Heißhunger oder im schlimmsten Fall Bewusstlosigkeit bemerkbar.
Die Behandlung unterscheidet sich stark: bei Unterzuckerung hilft schnelle Zuckerzufuhr, bei
Überzuckerung eine Anpassung der Insulintherapie, während die Ketoazidose immer als Notfall zu
betrachten ist und entsprechend eines Notfallplans gehandelt werden muss.
Ursachen einer Ketoazidose
Eine Ketoazidose kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Zu den häufigsten
Ursachen zählen:
-
vergessene oder zu geringe Insulindosis
-
Infekte und Fieber (erhöhter Insulinbedarf)
- körperlicher oder emotionaler Stress
- erstes Auftreten eines Typ-1-Diabetes
Ketoazidose - Richtig handeln
- Insulingabe über Infusion oder über Spritze, damit das Insulin direkt ankommt
- Große Mengen schnell wirkendes Insulin alle zwei Stunden bis der Blutzuckerwert unter 200
mg/dl gefallen ist- Regelmäßig Blutzucker und Ketone messen
- Flüssigkeitszufuhr, um den Körper zu stabilisieren —> mind. einen Liter kohlenhydratfeie
Flüssigkeit pro Stunde trinken
- Zufuhr von Elektrolyten wie Kalium- Körperliche Anstrengung komplett vermeiden
- Um Beistand und Aufmerksamkeit bitten —> Angehörige, Nachbarn, Kollegen - egal, wer in der Nähe ist, Mitmenschen sollten unbedingt Betreuung übernehmen und Hilfe holen
Folgen einer unbehandelten Ketoazidose
Bleibt eine Ketoazidose unbehandelt, kann es zu schweren Folgen kommen. Beispielsweise
trocknet der Körper schnell aus und es kommt zum Kreislaufversagen. Verliert man dann das
Bewusstsein, kann ein diabetisches Koma auftreten und infolge dessen Organe schädigen. Ein
diabetisches Koma entsteht, wenn die Übersäuerung so stark wird, dass das Gehirn betroffen ist.
Dieser Zustand ist lebensbedrohlich und erfordert sofortige Notfallmedizin.
Wann sollte man bei einer Ketoazidose ins Krankenhaus?
Du solltest sofort Maßnahmen ergreifen oder ärztliche Hilfe suchen, wenn:
- der Blutzucker sehr hoch ist (über 250–300 mg/dl bzw. > 13–16 mmol/l)
- Ketone im Urin oder Blut nachweisbar sind
- starke Symptome wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder Verwirrtheit auftreten
- dein Atem fruchtig riecht
Vorbeugung einer Ketoazidose: So schützt du dich
Eine Ketoazidose lässt sich in vielen Fällen vermeiden, wenn man aufmerksam mit seinem
Diabetes umgeht. Dazu gehört vor allem, den Blutzucker/-Gewebezucker regelmäßig zu kontrollieren und auf ungewöhnlich hohe Werte sofort zu reagieren. Bei Krankheit oder Fieber ist es wichtig, zusätzlich die Ketone im Urin oder Blut zu messen, da der Insulinbedarf in solchen Situationen ansteigt. Eine konsequente Insulintherapie und das genaue Befolgen der ärztlichen Empfehlungen helfen, das Risiko deutlich zu senken. Wer sich unsicher fühlt oder ungewöhnliche Symptome bemerkt, sollte nicht zögern, ärztlichen Rat einzuholen. So bleibt der Stoffwechsel stabil und gefährliche Entgleisungen können frühzeitig verhindert werden.
FAQ – Häufige Fragen zur Ketoazidose
Kann eine Ketoazidose auch bei Typ-2-Diabetes auftreten?
Ja, vor allem bei Insulinmangel oder schweren Infekten, auch wenn es seltener ist.
Wie schnell entsteht eine Ketoazidose?
Oft innerhalb weniger Stunden, manchmal über 1–2 Tage hinweg.
Kann man eine Ketoazidose selbst behandeln?
Unter Umständen, ja - bei jeder Diabetesschulung bespricht man einen Notfallplan, wie man im
Falle einer Ketoazidose zu handeln hat (keine körperliche Anstrengung, viel trinken, viel spritzen,
Pumpenzubehör wechseln, neues Insulin verwenden, mit Pen spritzen, stündlich Blutzucker und
Ketone messen, …).
Sollte sich der Zustand aber verschlechtern oder der Erkrankten aus
körperlichen oder geistigen Gründen nicht in der Lage sein, diese Maßnahmen zu ergreifen, ist ein
Notruf lebenswichtig.
Fazit
Eine Ketoazidose ist eine ernsthafte Komplikation bei Diabetes, die man niemals unterschätzen
darf. Wer Symptome kennt, regelmäßig misst und bei Auffälligkeiten schnell ins Krankenhaus
geht, kann schwere Folgen verhindern.
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